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Sterilisation
| Information über die Eileitersterilisation in der Methode nach Dr. Maucher
Wenn man sicher ist, seine Familienplanung abgeschlossen zu haben, ist eine interessante Möglichkeit der dauerhaften Schwangerschaftsverhütung der operative Verschluss beider Eileiter.
Vorteile der Sterilisation
· Eine einmalige Maßnahme reicht aus.
· Optimale Verhütungs-Sicherheit.
· Keine Medikamenten-Nebenwirkungen.
· Keine Veränderung der körpereigenen Hormone.
· Geringe Kosten
· Gleichzeitig mit der Sterilisation erfolgt eine Untersuchung des gesamten Bauchraumes, ggf. können Krankheiten in gleicher Sitzung behandelt werden.
Nachteile der Sterilisation
· Operativer Eingriff (Bauchspiegelung) notwendig, kleine Narbe am Nabel.
· Eine Wiederfruchtbarmachung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine erneute Operation. Diese ist nicht immer erfolgreich (u. a. altersabhängig).
. Kommt es zu einem Sterilisationsversager, handelt es sich in 2/3 der Fälle um Eileiterschwangerschaften.
Wie funktioniert die Methode?
Die Eileiter sind zwei kleine schlauchförmige Gebilde von etwa 6 cm Länge, die rechts und links aus der Gebärmutter herausführen und neben den Eierstöcken in die Bauchhöhle münden. Sie führen die Samenzellen in die Bauchhöhle und transportieren nach der Befruchtung die jungen Embryonen aktiv zur Gebärmutterhöhle zurück.
Verschließt man die Eileiter, kann eine Befruchtung nicht mehr stattfinden, da der Weg der Samenzellen blockiert ist. Mit der Eizelle geschieht dann nichts anderes als vor der Sterilisation. Beim Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock ausgeworfen. Dort bleibt sie etwa 12 Stunden lang befruchtungsfähig. Kommt es nicht zur Befruchtung, löst sich die Eizelle in der Bauchhöhle auf. Die unter Laien verbreitete Vorstellung, dass die Eizellen bei der Regelblutung abgestoßen werden, ist falsch. Bei der Regel wird nur die Schleimhaut der Gebärmutter erneuert.
Durch den Verschluss der Eileiter kommt es nicht zu Veränderungen der weiblichen Hormone, des Körpergewichtes, der Menstruation, des körperlichen Wohlgefühls, des sexuellen Empfindens oder zu früherem Eintritt der Wechseljahre.
NEU !
Die Entfernung der gesamten Eileiter senkt das Eierstock-Krebs-Risko dramatisch! Eierstock-Krebs ist sehr tückisch, weil es weder Frühsymptome noch eine effektive Früherkennungsmethode gibt. Was früher für Eierstock-Krebs gehalten wurde, hat seinen Ursprung in ca. 40 % nicht im Eierstock sondern im Eileiter!
Als Konsequenz wird seit Ende 2011 empfohlen, bei allen Gebärmutter-Entfernungen die Eileiter nicht im Bauch zurückzulassen. Sie lassen sich in wenigen Minuten problemlos entfernen und dies hat keine negativen Auswirkungen. Auch bei der Sterilisation wird großzügig statt einer Durchtrenung der Eileiter deren völlige Entfernung empfohlen, wenn eine Patientin bereits ca. 35 - 40 Jahre alt ist.
Die Entwicklung der Methode:
Im Jahre 1993 wurde im OPZ von beiden Operateuren dazu übergegangen, den Eileiter nicht breit zu veröden, sondern nur an einer umschrieben Stelle zu verschließen und anschließend zu durchtrennen. Zusätzlich wurde die Verödung weiter von der Gebärmutter entfernt durchgeführt als zuvor. Es gelang hierdurch, die Versagerquote bei mehr als 5000 durchgeführten Sterilisationen auf ca. 1-2 Promille abzusenken. Seit dem Jahr 2005 hat Dr. Maucher die Sterilisation dadurch verändert, dass er die Eileiter nicht nur verödet und durchtrennt, sondern die Enden zusätzlich per microchirurgischer Nahttechnik mit dem Bauchfell abdeckt. Das kann die Ergebnisse logischer Weise nur verbesseren.
Die durch das aufwändigere Verfahren resultierende Verlängerung der Operationszeit um ca. 20 Minuten hat auf das Befinden der Patientinnen nach der Operation, auf die Entlassungszeiten oder das Verhalten nach der Operation keinen Einfluss. In Höhe der Schamhaargrenze sind zwei zusätzliche Einstiche mit einem Durchmesser von jeweils nur 3 Millimetern erforderlich. Darüber hinaus ist der Einsatz an Personal und Einmalmaterialien höher. Beides zusamen genommen macht den Eingriff um 110 € teurer. Ob sich der zusätzliche Aufwand lohnt, hängt vom Alter der Patientin zum Zeitpunkt des Eingriffes ab. Spätestens nach dem 45. Lebensjahr sollte die einfachere Standard-Methode ausreichen.
Die Bauchspiegelung
Der Zugang zum Bauch erfolgt über die Nabelgrube. Dort wird eine Optik eingebracht, über die man verschiedene Instrumente einführen kann. Hierzu ist ein ca. 1 cm großer quer verlaufender Hautschnitt in die Nabelgrube erforderlich. Die Bauchhöhle wird mit CO2-Gas gefüllt. Durch einen leichten Überdruck des Gases entfaltet sich der Bauchraum. CO2 ist ein ungiftiges Gas, das als Atemgas im Blut vorhanden ist. Die Gasdrücke werden heute niedrig gehalten. Das Gas wird auf Körpertemperatur erwärmt. Zum Dirigieren der Gebärmutter wird zu Beginn der OP über die Scheide ein Stift in die Gebärmutter platziert.
Verbesserte Patientensicherheit
Für das Einbringen der Optik durch den Nabel gibt es zwei verschiedene Methoden. Die von uns ausschließlich angewendete Methode der „offenen Bauchspiegelung“ verbessert die Sicherheit der Patientinnen. Bei den herkömmlichen Bauchspiegelungsverfahren werden am Nabel Sonden „blind“ eingestochen. Hierbei kann es schlimmstenfalls zur Verletzung der Hauptschlagader kommen. Darüber hinaus sind Verletzungen des Darmes möglich, z. B. wenn Verwachsungen vorliegen oder die Patientin sehr korpulent ist. Bei der von uns ausschließlich angewendeten Methode der „offenen“ Bauchspiegelung wird die Bauchdecke schichtweise unter Sicht am Nabel eröffnet. Daß dies mehr Schutz vor Verletzungen bietet als ein "blindes" Einstechen von scharfen Sonden, liegt auf der Hand.
Merkmale unserer Sterilisationsmethode zusammengefasst
· Durchführung als sog. „offene Bauchspiegelung“ ohne blindes Einstechen von Sonden.
· Verödung und Durchtrennung der Eileiter und ggf. zusätzliche Einnähung der Eileiterstümpfe in das benachbarte Bauchfell mittels endoskopischer Nahttechnik zur Absicherung gegen Undichtigkeiten der Eileiterstümpfe, d. h. zum Schutz vor Sterilisationsversagern, insbesondere vor Eileiterschwangerschaften.
Es werden die Vorteile der früheren Leibschnitt-Operationen mit denen der modernen Minimal Invasiven Chirurgie zusammengeführt. Diese Technik ist neu und wurde von Dr. Maucher erstmals im Januar 2005 auf einem Fortbildungskongress in Gießen vorgestellt und im Juni 2006 in der gynäkologischen Fachzeitschrift "GYN" Omnimed Verlag Hamburg publiziert ("Optimierte Sterilisationstechnik". A. Maucher, Gyn 2006; 11: 211 - 217).
Die ambulante Sterilisation
Die Sterilisation der Frau per Bauchspiegelung ist problemlos ambulant durchführbar, wie unsere sehr großen Operationszahlen in mehr als 20 Jahren beweisen. Die Entlassung nach einer Sterilisation erfolgt in der Regel nach 2-4 Stunden. Man darf anschließend sofort normale körperliche Aktivität aufnehmen, wenn man sich entsprechend fühlt. Die Verhütung ist sofort gesichert. Folgende Komplikationen sind in der Literatur beschrieben und müssen deswegen im Rahmen dieser Aufklärung erwähnt werden:
Harnleiter- Blasen- und Nervenverletzungen, Gefäßkomplikationen, Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Ausbildung von Verwachsungen, Darmverletzungen, Thrombosen, Embolien. Schlimmstenfalls können solche Zwischenfälle eine Leibschnittoperation oder eine zusätzliche operative Maßnahme durch Urologen oder Chirurgen erforderlich machen. Nach der Sterilisation per Bauchspiegelung sind theoretisch Entzündungen des Bauchfelles oder Nachblutungen möglich, jedoch extrem selten. Die seltenste in der Literatur beschriebene Komplikation ist die Gasembolie durch das in den Bauch eingegebene CO2-Gas.
Mit folgenden Beschwerden ist unter Umständen nach der Operation zu rechnen:
Für einige Stunden bzw. bis zum Folgetag Kreislaufbeschwerden, einige Tage Ziehen im Bereich der Schultern, Kratzen im Kehlkopfbereich, Blähbauch, Schmerzen im Nabel und eventuell eine Schmierblutung aus der Scheide bedingt durch das notwendige Anbringen eines Dirigierinstrumentes an den Muttermund.
Diese Dinge sind in der Regel harmlos und durch Medikamente erträglich zu gestalten.
Die Kosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Sie belaufen sich sich auf 490,00 € für die herkömmliche Technik der (Sterilisation Operation und Narkose zusammen). Die in diesem Artikel beschriebene anspruchsvollere Technik kostet 600,00 € (ebenfalls Operation und Narkose zusammen).
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Bild 1: Gebärmutter und Eileiter vor einer Sterilisation
Bild 2: Die Eileiter sind beidseits mit Elektro-Technik verkocht und anschließend durchtrennt. Es wurde bewusst ein gewisser Abstand zur Gebärmutter eingehalten, da dies die Sicherheit erhöht und den Weg für eine Wiederfruchtbarmachung offen hält.
Bild 3: Zustand nach einigen Wochen. Das verkochte Gewebe ist verschwunden. Es besteht ein recht großer Abstand zwischen den Eileiterenden. Wenn die Eileiterstümpfe gut verheilen und dicht bleiben, ist die Sicherheit abslolut.
Bild 4: Hier ist Gebärmutterschleihaut in das Eileiterende hineingewachsen. Das ist selten. Die Ursachen sind nicht bekannt. Es kann zur Folge haben, dass sich feine Gänge (Fisteln) bilden, durch die Samenzellen in die Bauchhöhle gelangen. Folge kann sein entweder eine Eileiterschwangerschaft (ca. 2/3 der Fälle) oder eine normal angelegte Schwangerschaft (1/3 der Fälle).
Bild 5 zeigt die Strategie gegen dieses Phänomen: Das Eileiter-Ende wird mittels feiner Naht überdeckt mit Bauchfellgewebe.
Bild 6: Das Ergebnis. Das Eileiterende mündet in die neu gebildete Tasche
Bilder 7 und 8: Ergebnisse in der Übersicht
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